Breite Unterstützerfront für Territorialitätsprinzip

 

In einem Offenen Brief an die Führungsriege der Europäischen Union haben mehr als 400 Filmunternehmen und Branchenverbände aus ganz Europa für politische Unterstützung für den Erhalt des Territorialitätsprinzips geworben.

 

Wie die SPIO heute mitteilt, wendet man sich konkret gegen einen Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zur Schaffung eines Digitalen Binnenmarkts, wonach TV-Sender die Onlinerechte eines Films nur noch für ein EU-Mitgliedsland erwerben müssten, die Nutzung über ihre Onlinedienste aber im gesamten EU-Binnenmarkt möglich wäre. Gegen diese „Buy 1, get 27 on top“-Regelung spreche man sich aus guten Gründen aus, wie SPIO-Präsident Alfred Holighaus betont: „Zum einen führt eine solche Wettbewerbsverzerrung zu negativen Konsequenzen in den Herstellungs- und Refinanzierungsbedingungen von unabhängigen Filmproduktionen. Zum anderen bekommen solchen Lücken in der Filmfinanzierung auch die europäischen Verbraucher unmittelbar zu spüren, und zwar wenn durch ein sinkendes Angebot immer weniger lokale Inhalte zu einem höheren Preis gezeigt werden.“

 

Zur Zielsetzung des Offenen Briefs, den aus Deutschland alle wichtigen Verbände der Filmwirtschaft, namhafte Produzenten sowie die Akademien der Film- und Fernsehschaffenden unterstützen, sagt Holighaus: „Unser Ziel ist es, auf oberster politischer Ebene die Notwendigkeit von territorialer Exklusivität für Investoren in audiovisuelle Inhalte zu verdeutlichen. Nur diese Exklusivität kann den Erhalt und die Vielfalt filmischer Kreativität garantieren.“

 

Nachdem sich auf nationaler Ebene bereits EU-Mitgliedsländer wie insbesondere Frankreich und Spanien auf die Seite ihrer jeweiligen Filmbrachen geschlagen und gegen den Verordnungsvorschlag gestimmt haben und vom Bundesrat eine Stellungnahme vorliegt, worin gegenüber der Kommission angezweifelt wird, dass die Interessen der Rechteinhaber darin ausreichend berücksichtigt wurden, richtet Holighaus abschließend auch einen Appell an die Bundesregierung: „Jetzt muss sich die Bundesregierung auf unserer Seite positionieren und ein deutliches Signal nach Europa aussenden.“

 

Offener Brief

 

  1. Mai 2017