Filmwirtschaft

 

Die Filmwirtschaft umfasst die Filmherstellung (in Form von Auftrags- und Eigenproduktion), Kinounternehmen, die Nachbearbeitung und sonstige Filmtechnik, Filmverleih und -vertrieb sowie Videotheken.

 

Die Filmwirtschaft erzielte 2016 Erlöse und Erträge in Höhe von fast 1,5 Mrd. Euro (1.474 Mio. Euro) und beschäftigte 7.915 MitarbeiterIinnen (Statistik Austria). In Summe sind es 2.251 Unternehmen, die den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in der Filmwirtschaft angeben.  Fast drei Viertel (74,3%) davon sind Produktionsunternehmen im Bereich Kino- und TV-Filmherstellung. Weitere 11,5% beschäftigen sich vorwiegend mit der Produktion von Werbe- oder Wirtschaftsfilmen. 2008 – also vor weniger als zehn Jahren – waren es 2.164 Unternehmen, die 6.801 MitarbeiterIinnen beschäftigten und damit 750 Mio. Euro an Erlösen und Erträgen erzielten.

 

Der überwiegende Anteil der Unternehmen (94,4%) hat weniger als zehn Beschäftigte. Vor allem im Bereich der Produktionsfirmen (Kino- und TV-Film) erzielen größere Unternehmen mit mehr als zehn MitarbeiterIinnen deutlich höhere Erlöse und Erträge pro MitarbeiterIin: So sind es 3,5% der Produktionsfirmen (Kino- und TV- Film), die knapp 78% der Erlöse und Erträge erwirtschaften.

 

2016 hat die Branche insgesamt die Verlangsamung des Wachstums nach etlichen dynamischen Jahren bestätigt, allerdings mit deutlich unterschiedlichen Entwicklungen. Produktionsunternehmen sind mit plus 8% (nach zuletzt 3,1%) deutlich gewachsen, die Verleihe aber sind mit minus 17% bei Erlösen und Erträgen deutlich geschrumpft. Die Nachbearbeitung ist neuerlich stark zurückgegangen. Die Videotheken haben ihren kontinuierlichen Schrumpfungsprozess beschleunigt fortgesetzt und erreichen gerade noch die Hälfte der Werte von 2014. In Summe bedeutet das ein Wachstum der Branchenumsätze von 4%.

 

Diese Seitwärtsbewegung der Erlöse und Erträge schlägt sich auch in den Beschäftigungszahlen nieder, die insgesamt mit einem Zuwachs von 0,3% de facto stagnieren. Vor allem die Beschäftigungszahlen bei den Videotheken (minus 24,6%) und beim Verleih (minus 9,3%) sinken. Werbe- und Wirtschaftsfilm sowie Kino legen zu, das dominierende Segment der Kino- und TV-Film zeigt mit minus 0,8% stabile Werte.

 

Die Kinos erreichten im Jahr 2017 mit 14,6 Millionen verkauften Kinokarten insgesamt ein Minus von 3,5% gegenüber dem Vorjahr, das Box Office ist hingegen von 133,8 Mio. Euro auf 131,2 Mio. Euro nur leicht gesunken. Die Marktdurchdringung von Filmen im Kino erreichte im Jahr 2017 wieder einen neuen Spitzenwert. Insgesamt waren 466 Filme in den österreichischen Kinos zu sehen, davon 414 Erstaufführungen.

 

Trotz der anhaltenden Dominanz des US-Films, der 40 Filme innerhalb der Top-50-Filme des Jahres 2017 stellt, ist der erfolgreichste Film des Jahres eine deutsche Komödie: FACK JU GÖHTE 3 . Unter den Top 50 auf Platz 12 findet sich auch der österreichische Film WILDE MAUS.

 

Während die Umsätze aus dem physischen Videomarkt (DVD/Blu-Ray) im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr neuerlich um rund 20% gesunken sind, sind die Einnahmen durch digitale Medien stark ansteigend. Im Jahr 2017 nutzen fast 2 Millionen ÖsterreicherInnen Video on Demand-Plattformen, und dabei teilen sich Netflix und Amazon Prime rund drei Viertel des Marktes! Hier eine österreichische, vor allem aber eine europäische Antwort zu finden, ist ebenso schwierig wie nötig.

 

Die 19 Förderstellen in Österreich haben 2017 Auszahlungen in Höhe von 74,7 Mio. Euro vorgenommen, ein Plus von 2,9% gegenüber dem Jahr 2016. Auf die Herstellung von Filmen entfallen 54,7 Mio. Euro oder 73,3% aller Mittel.

 

Quelle: Filmwirtschaftsbericht 2018