Filmwirtschaft

 

Die Filmwirtschaft umfasst die Filmherstellung (in Form von Auftrags- und Eigenproduktion), Kinounternehmen, die Nachbearbeitung und sonstige Filmtechnik, Filmverleih und -vertrieb sowie Videotheken.

 

Die Kinos erreichten im Jahr 2017 mit 14,6 Millionen verkauften Kinokarten insgesamt ein Minus von 3,5% gegenüber dem Vorjahr, das Box Office ist hingegen von 133,8 Mio. Euro auf 131,2 Mio. Euro nur leicht gesunken.

 

Die Marktdurchdringung von Filmen im Kino erreichte im Jahr 2017 wieder einen neuen Spitzenwert. Insgesamt waren 466 Filme in den österreichischen Kinos zu sehen, davon 414 Erstaufführungen.

 

Trotz der anhaltenden Dominanz des US-Films, der 40 Filme innerhalb der Top-50-Filme des Jahres 2017 stellt, ist der erfolgreichste Film des Jahres eine deutsche Komödie: FACK JU GÖHTE 3. Unter den Top 50 auf Platz 12 findet sich auch der österreichische Film WILDE MAUS.

 

Die jüngst erfassten Daten der Statistik Austria des Jahres 2016 weisen 2.251 Unternehmen und 7.915 MitarbeiterInnen und knapp 1,5 Mrd. Euro an Erlösen und Erträgen aus. 2008 waren es 2.164 Unternehmen, die 6.801 MitarbeiterInnen beschäftigten und damit 750 Mio. Euro an Erlösen und Erträgen erzielten.

 

Im Jahr 2016 stehen jedem Euro an öffentlichen Mitteln aus der Herstellung 27,6 Euro an Umsätzen der Branche gegenüber. Die Subventionsquote der Filmwirtschaft, bezogen auf den Umsatz, liegt somit bei lediglich 4,9%. Der Hebel, der durch gezielte Filmförderung entsteht, ist also beträchtlich und unterstreicht, zusätzlich zur unbestrittenen kulturellen Komponente, die (volks-) wirtschaftliche Relevanz von Filmförderung.

 

Während die Umsätze aus dem physischen Videomarkt (DVD/Blu-Ray) im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr neuerlich um rund 20% gesunken sind, sind die Einnahmen durch digitale Medien stark ansteigend. Im Jahr 2017 nutzen fast 2 Millionen ÖsterreicherInnen Video on Demand-Plattformen, und dabei teilen sich Netflix und Amazon Prime rund drei Viertel des Marktes! Hier eine österreichische, vor allem aber eine europäische Antwort zu finden, ist ebenso schwierig wie nötig.

 

Die 19 Förderstellen in Österreich haben 2017 Auszahlungen in Höhe von 74,7 Mio. Euro vorgenommen, ein Plus von 2,9% gegenüber dem Jahr 2016. Auf die Herstellung von Filmen entfallen 54,7 Mio. Euro oder 73,3% aller Mittel.

 

Die durchschnittlichen Herstellungskosten eines nationalen Kinospielfilms betrugen 2,3 Mio. Euro, die eines nationalen Kinodokumentarfilms 0,46 Mio. Euro.

 

Quelle: Filmwirtschaftsbericht 2017