Kollektivverträge

 

Die Filmproduktion ist ein freies Gewerbe, das grundsätzlich der gewerbebehördlichen Anmeldung unterliegt. Nach der Praxis der Gewerbebehörden ist davon auszugehen, dass Tätigkeiten von bis zu drei Tagen Dauer nicht als der Gewerbeordnung unterliegend angesehen werden. Sofern dieser Zeitraum überschritten wird, ist jedoch grundsätzlich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde vorzunehmen.

 

EWR-Produktionsunternehmen, d. h. Unternehmen mit Sitz in einem EWR-Mitgliedstaat, können auf Grund der Dienstleistungsfreiheit gewerbliche Tätigkeiten in Österreich jedenfalls ausüben, sofern sie über die für die Ausübung der Tätigkeit in ihrem Sitzstaat erforderliche Berechtigung verfügen.

 

Aus der gewerblichen Tätigkeit und der damit (in gewerberechtlicher Hinsicht) verbundenen Niederlassung in Österreich resultiert automatisch die Zugehörigkeit von Produktionsunternehmen zum Fachverband der Film- und Musikindustrie, der gesetzlichen Interessenvertretung der österreichischen Filmproduzenten und damit zwingend die Anwendbarkeit des Kollektivvertrages (KV) auf die von diesen Unternehmen mit unselbstständigen Arbeitnehmern abgeschlossenen Arbeitsverträge. Dabei gilt in Österreich für die Arbeitnehmer im Bereich der Filmproduktion entweder der Kollektivvertrag für Filmschaffende oder der Kollektivvertrag für Nichtfilmschaffende.

 

 

Kollektivverträge

 

Als ein Ergebnis der Kollektivvertragsverhandlungen 2012 wurden aus der Textierung des Kollektivvertrags die Berufsbilder entfernt und gemäß der Einigung der Sozialpartner als gemeinsam vereinbarter Text in den Informationsmedien (Webseiten) der Sozialpartner veröffentlicht. Grund für diese Maßnahme ist der dynamische Überarbeitungsbedarf der teilweise obsoleten Textierung und der Bedarf nach steter Aktualisierung und Ergänzung der Berufsbilder in einem sich laufend verändernden filmischen Berufsumfeld. Diese Berufsbilder entsprechen derzeit noch den im Kollektivvertrag bis zum Jahr 2012 enthaltenen Beschreibungen und diese Beschreibungen sind jedenfalls weiterhin gemäß der Einigung der Sozialpartner bei der Beurteilung von Tätigkeiten, die dem Kollektivvertrag für Filmschaffende unterliegen, heranzuziehen. Die Berufsbilder stellen eine – durch die Entwicklung der audiovisuellen Medien veränderliche – Beschreibung der Aufgabenstellungen und Eignungsvoraussetzungen von Berufen der audiovisuellen Industrie dar.

 

Kollektivvertrag für Filmschaffende 2016 mit Änderung des § 24 Werkstattprojekte

Anmerkungen zum Kollektivvertrag

Mustervereinbarung eines Arbeitsvertrages

Schiedsgericht

Mindestgagen Filmschaffende 2017

 

zusätzliche Berufsbilder

Herstellungsleiter/in

Set-Aufnahmeleiter/in

Continuity/Script

Data Wrangler

Filmarchitekt

SoundDesign

Produktionsfahrer

Schnitt-Assistenz

 

Gagen Filmschaffende 2017 Berechnungstool

Grundgehalt bei Pauschalvereinbarungen (§ 7 KV) 2017 Berechnungstool

 

Die Kollektivvertragsparteien kamen überein, in einem dynamischen Prozess künftige zu erwartende urheber- und arbeitsrechtliche Entwicklungen zu beobachten und gegebenenfalls auch inhaltliche Adaptionen im Kollektivvertrag vorzunehmen, soweit sich dies als notwendig erweisen. Entwicklungen z.B Änderungen bei den Berufsbildern ,die auch durch den Übergang von analogen auf digitale Arbeitsprozesse verursacht sind, sollen künftig mittels regelmäßiger Arbeitsgespräche diskutiert, gegebenenfalls die Rahmenbedingungen inhaltlich angepasst werden.

 

Kollektivvertrag für Nichtfilmschaffende 2017

 

 

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Tagesgelder im Inland

Das Taggeld kann nur dann geltend gemacht werden, wenn die Dienstreise über den örtlichen Nahbereich (25km) hinausgeht. Pro Tag können höchstens 26,40 Euro bzw. 2,20 Euro pro angefangener Stunde der Dienstreise steuermindernd geltend gemacht werden. Die Dienstreise muss jedoch mindestens drei Stunden dauern.

Wird ein Mittag- oder Abendessen kostenlos zur Verfügung gestellt, ist vom Taggeld ein Betrag von 13,20 Euro pro bezahltem Essen abzuziehen.

 

 

Nächtigungsgelder im Inland

Für Nächtigungen im Inland können mit Beleg die tatsächlichen Kosten der Nächtigung inklusive Frühstück oder pauschal 15 Euro geltend gemacht werden. Die Nächtigung ist grundsätzlich durch die Angabe des Unterkunftsgebers nachzuweisen.

 

 

Tagesgelder im Ausland

Die Auslandtagesgelder werden mit dem Höchstsatz der Auslandsreisesätze für Bundesbedienstete berücksichtigt. Dieser variiert je nach Land. Die vollen Taggelder gelten jeweils für 24 Stunden.

Wird ein Mittag- und Abendessen kostenlos zur Verfügung gestellt, kann nur mehr ein Drittel des Auslandtagesgeldes geltend gemacht werden. Bei Erhalt von nur einem Essen wird das Auslandstagesgeld nicht gekürzt.

 

 

Nächtigungsgelder im Ausland

Für Nächtigungen im Ausland können mit Beleg die tatsächlichen Kosten der Nächtigung inklusive Frühstück oder die höchste Stufe der Auslandsreisesätze für Bundesbedienstete berücksichtigt werden. Diese variiert je nach Land.

 

Quelle: Arbeiterkammer