Kollektivvertrag für Filmschaffende – Werkstattprojekte (§ 24)

 

Werkstattprojekte sind Eigenproduktionen in Form eines Kino-Kurzfilms oder Kino-Langfilms (Spielfilm oder Dokumentarfilm).

 

  1. Als Werkstattprojekte kommen Filmvorhaben in Frage, die als Nachwuchs- oder Innovationsprojekte im Rahmen von Filmförderungen unterstützt werden und bei denen gewährleistet ist, dass das Projekt qualitativ einwandfrei hergestellt werden kann.
  1. Als Werkstattprojekte können Nachwuchsfilme eingereicht werden, wenn diese der Aus- und Weiterbildung von Filmschaffenden

Als Nachwuchsfilm gilt entweder der erste oder zweite Film, bei dem der/die RegisseurIn die alleinige Regieverantwortung trägt und als Stabsangehörige mindestens zwei Nachwuchskräfte aus dem kreativen Bereich beschäftigt werden.

Nachwuchskräfte aus dem kreativen Bereich sind neben dem/der RegisseurIn

  • Kameramann/Kamerafrau
  • SchnittmeisterIn
  • TonmeisterIn
  • KostümbildnerIn
  • MaskenbilderIn

Die Nachwuchskräfte sind mit Arbeitsvertrag anzustellen

  1. Bei programmfüllenden Langfilmen können nur Projekte eingereicht werden, deren Gesamtherstellungskosten 1,4 Euro nicht überschreiten.
  1. Bei den von den Kollektivvertragsparteien anerkannten Werkstattprojekten bis zu Gesamtherstellungskosten von 1,1 € können die Wochengagen bei 40-stündiger Normalarbeitszeit bis auf € 429,02, bei projektbezogenen Arbeitsverträgen gemäß § 7 bis auf € 594,42 herabgesetzt werden. Bei Gesamtherstellungskosten zwischen 1,1 Mio. € und 1,4 Mio. € ist eine Reduktion der jeweils zur Anwendung kommenden Mindestgagenansätze bis zu maximal 50% des jeweiligen Gagensatzes zulässig.

Bei den jeweiligen Gagen sind die aliquoten Sonderzahlungen und die Urlaubersatzleistung nicht enthalten und sind daher zu berücksichtigen.

Hinsichtlich der Anerkennungsvoraussetzungen gilt der jeweils aktuelle Kollektivvertrag zum Zeitpunkt der Antragstellung. Hinsichtlich der Mindestgagen gilt der jeweils aktuelle Kollektivvertrag zum Zeitpunkt der Produktionstätigkeit bzw. der Dreharbeiten.

  1. Der Förderungsantrag ist so rechtzeitig bei den Förderinstitutionen einzureichen, dass eine Prüfung der Kalkulation der Herstellungskosten durch die Förderinstitutionen vor Antragstellung auf Anerkennung als Werkstattprojekt erfolgen kann.
  1. Die Anerkennung eines Filmvorhabens als Werkstattprojekt obliegt den Der Antrag auf Anerkennung hat vor Drehbeginn zu erfolgen. Den Kollektivvertragsparteien sind die erforderlichen Projektunterlagen rechtzeitig – d.h. grundsätzlich 6 Wochen vor Drehbeginn – vorzulegen. Die endgültige Anerkennung des Werkstattprojekts erfolgt nach Zuerkennung der Förderung und wird von den Kollektivvertragsparteien in geeigneter Form veröffentlicht.
  1. Der Antrag auf Anerkennung ist jedenfalls abzuweisen, wenn
  • die Nachwuchsfilmschaffenden auf Werkvertragsbasis beschäftigt werden
  • die Mindestgagen der Nachwuchsfilmschaffenden sich nicht an den Mindestsätzen gemäß 4 orientieren.
  • das Projekt sich im Drehstadium befindet oder bereits abgedreht ist
  • es sich um einen Auftragsfilm
  • Österreichisch-ausländische Koproduktionen sind von einer Einreichung als Werkstattprojekt
  1. Wenn im Laufe der Produktion Umstände eintreten, die der Anerkennung eines Werkstattprojekts entgegengestanden wären, sind die Kollektivvertragsparteien unverzüglich zu verständigen. Den Kollektivvertragsparteien ist im Laufe oder nach Ablauf der Produktion die Möglichkeit einzuräumen, die Erfüllung der Bedingungen des 24 zu kontrollieren. Bei etwaiger Aberkennung des Status eines Werkstattprojekts sind bei einer schweren Verletzung dieser Bestimmungen die vollen Gagen gemäß den Mindestgagentabellen des Kollektivvertrags für Filmschaffende einschließlich der sozialversicherungsrechtlichen Beiträge zu bezahlen.

 

Vorgangsweise bei Werkstattprojekten gemäß § 24 Kollektivvertrag